Eingeschobene Treppe ohne Setzstufen und Klappe zum Dachboden

Eine rustikale Treppe, die zum Stil des alten Hauses passt und dennoch ihren Zweck erfüllt und auch noch schön aussieht? Und eine Verkleidung für das Treppenloch inklusive Klappe nach altem
Vorbild?
Okay, kriegen wir hin.
Aber fangen wir am Anfang an.


Die Kunden, für die wir schon öfter arbeiten durften, hatten ein Problem: Sie brauchten eine Treppe die auf den Dachboden führt und so wenig Platz wie möglich beansprucht, und zudem noch eine formschöne Lösung den Dachboden vom Rest der Wohnung zu teilen. Aber fangen wir mit der Treppe an. Nun, grundsätzlich gilt je mehr Platz eine Treppe hat, desto stumpfer wird der Winkel und je stumpfer der Winkel desto besser ist die Treppe zu begehen. Anders ausgedrückt; Eine Treppe, die viel Platz hat, kann man immer besser begehen als eine Leiter die dafür auf wenig Raum triumphiert. Es musste also eine Zwischenlösung gefunden werden. Und die sah eine doch ziemlich steile Treppe vor, auf der man dank der Geländer aber trotzdem noch gut laufen kann.
Der besondere Clou der Treppe? Sie war von der Bauart her etwas was auch bei uns nicht allzu häufig gebaut wird; Eine Eingeschobene Treppe.
Schön und gut aber was ist das Besondere dieser Treppenbauart? Hier werden die Treppenstufen von vorne in die Wangen eingeschoben, und können so auch nach Einbau der Wangen montiert werden. Zudem müssen die Wangen, also die Seiten der Treppen, besonders Breit sein. Ganze 75mm. Aber zwei möglichst mindestens 80mm breite Eichenbohlen zu finden (mindestens 80mm, da wir die Wangen ja auch
noch bearbeiten mussten, also Hobeln, Schleifen etc.), die zudem auch noch auf eine Breite von 210 mm wenig Risse haben dürfen, weil die Treppe nicht verleimt werden sollte, ist auch eine Aufgabe  für sich, die wir natürlich auch meisterten. Die 44 mm dicken Stufen, die ebenfalls aus Eiche hergestellt wurden waren da doch schon deutlich
besser zu bearbeiten. Aber noch bevor wir die Treppe fräsen konnten, mussten wir mit einer Schablone, die aus Spanplatte bestand, die Treppe in ihrem Treppenloch einpassen. Das machen wir nicht immer, aber wenn das Haus alt und die Balken krumm sind, hat man keine andere Wahl, denn eine 75mm dicke Wange arbeitet man nicht mal eben schnell auf der Baustelle nach.Als nun alles passte konnte mit dem bearbeiten des Holzes begonnen werden. Es folgte das Fräsen und schleifen und als das fertig war machte sich unser Geselle daran, die Geländerhalter, die aus Flacheisen (4 x 40 mm) bestanden, zu Schweißen.
Die passenden Handläufe, die 55 mm breit und 40mm dick waren, bekamen oben eine Rundung von 10 mm  und unten eine kleine Fase. Hierzu muss betont werden das in der Regel alle unsere Treppe eine
Rundung von mindestens 8 mm bekommen, aber in diesen Fall bekamen alle Kanten der Treppe aus ästhetischen Gründen eine kleine Fase.
Als auch das fertig war begann der Feinschliff und die Oberflächenbehandlung mit Rubio Monocoat Oil
Plus 2C in farblos mit Härter. Mit diesen Öl hatten wir schon des Öfteren gearbeitet und nur gute Erfahrung gemacht. Dieses Öl härtet dank Härter schnell aus, mit einer einzigen Lage ist die Oberflächenveredelung schon abgeschlossen und es ist auch sonst sehr Pflegeleicht, alles in
allem sehr zu empfehlen dieses Öl.

Die Kunden wollten aber zudem eine massive Klappe zum Dachboden haben, damit sie Wohnung und Dachboden trennen können. Da der Dachboden noch ausgebaut werden muss, sollte diese Klappe
ziemlich dicht sein, viel aushalten können und zudem auch noch schön aussehen. Also machten wir uns wieder ans Werk.
Zunächst mussten die Zimmerleute dort wo die Klappe und die Treppe sein sollten einen sogenannten Wechsel einbauen, und das möglichst grade, da wir unsere Klappe ja nicht schief Bauen können. Aber was ist ein Wechsel? Nun als Wechsel bezeichnet man die Unterbrechung eins oder mehrerer Balken, bei der die aufzunehmenden Lasten der durchtrennten Balken auf andere Bauteile abgeleitet werden. Sie werden eingebaut wenn man Öffnungen in Balken Konstruktionen hat, die Öffnung aber größer sein soll als der Abstand der Balken zu einander.
Als das soweit fertig war, konnten nun die Maße für das Futter, die Bekleidung und die Klappen genommen werden. Futter und Bekleidung waren in diesem Fall nötig, weil das zukünftige Treppenloch
aufgrund vieler alter, schiefer Balken nicht geputzt werden konnte, und wir somit die doch recht unschöne alte Balken, alter Putz und neuer Balken Konstruktion mit schönen Eichenbrettern verstecken konnten.
Im Grunde genommen also das gleiche Prinzip wie bei einer herkömmlichen Zimmertür. Am Futter Sitzt die Tür und sorgt für Halt und die Bekleidung verdeckt das Türloch und den Bauschaum. (Ich
persönlich finde es immer wieder faszinierend wie sehr sich Neubauten verändern sobald sie Zimmertüren haben. Gleich ein ganz anderes Gefühl.
PS: Wir bauen natürlich auch Zimmertüren ein 😉 )
Als die Maße genommen waren, ging es ans Bauen. Aus 26mm dicker Eiche wurden die Klappen sowie die Futter und Bekleidungen gebaut. Das Futter wurde zudem dort wo es mit den Klappen zusammentrifft mit Nuten versehen, in die später die Dichtung gelegt wurde. Dies taten wir nicht nur aus Akustischen Gründen; durch die Dichtung bleibt auch Staub und Kälte auf dem Dachboden. Die Klappen hingegen waren schon wieder etwas spannender. Sie wurden aus unterschiedlich Breiten, Achtung Fachbegriff „konischen“ Brettern gefertigt.
Als Konisch bezeichnet man Bretter die auf einer Seite Breiter sind als auf der anderen Seite. Auch das kommt nicht mehr so häufig vor, ist aber viel umweltschonender, da man nicht so viel Abfall produziert sondern bei einem Brett lediglich das Splintholz absägen muss und dann die volle Breite nutzen kann, ohne weiter zu besäumen.
Die Staubleiste war natürlich nicht konisch. Das hätte irgendwie seltsam ausgesehen.
Weiter ging es mit den Klaspen (auch Riegel genannt). Klaspen sind Hölzer die von hinten auf die Bretter aufgeschraubt werden und sie so miteinander Verbinden, zudem sorgen sie für Formstabilität. In diesem Fall bekam jede Klappe drei Klaspen, auf jede Klaspe wurde später ein Beschlag angebracht. Es folgte wie immer der Endschliff, das Fasen der Bretter und die Behandlung mit dem gleichen Öl wie bei der Treppe
Der Einbau der Klappen war durch die verschiedenen Balken auch speziell. So mussten wir jede einzelne Seite des Futters Individuell an die Gegebenheiten anpassen. Da wir aber wieder mit Rubio Monocoat Oil Plus 2C gearbeitet hatten, konnten wir nach kurzen Schleifen die abgesägten Kanten vor Ort mit unserem Öl behandeln.
Nach dem Einbau des Futters folgte der Anbau der Bekleidung sowie das Einpassen der Klappen. Diese wurden mit von den Kunden selbst beschafften Beschlägen von uns fachgerecht am Futter befestigt.
Anschließend bauten wir mit Absprache zum Kunden die Griffe auf der Oberseite an.Nach kurzer Rücksprache verzichteten wir zunächst auf die Griffe an der Unterseite, um sie dann nach Einbau der Treppe Perfekt an die gegebene Situation anpassen zu können.

Wir bedanken uns für diese spannende Aufgabe,

vielen Dank für diesen Auftrag!

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